Paola Piglia – wieder in Freiburg
Wer ist die Künstlerin Paola Piglia? Ganz kurz: Geboren 1955 in Turin, Studium in Italien und den USA, lebt in London. Ihre Arbeiten erscheinen mal als Illus im Magazin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung mal auf Ritzenhoff-Gläsern.
Warum „wieder in Freiburg“? Deshalb: 1996 widmete die Galerie an der Münsterbauhütte in der Freiburger Konviktstraße der internationalen Künstlerin eine Ausstellung mit vielen Originalwerken. Zwei wunderschön expressive Illustrationen aus der Reihe sind jetzt in unserer Ausstellung zu sehen.
True Guts – The Midwest Bild #1
Frei übersetzt, heißt „True Guts“ – „echter Mut“ oder ganz wörtlich „echte Innereien“. Wer die großformatige Illustration anschaut, mag Paola Piglias Anspielung sofort bemerken, und das mit einem Lächeln: Denn der Held, ein Handwerker im Blaumann und Cappie, schiebt seinen dicken Bauch bedeutungsschwanger in die Bildmitte. Und wären da nicht noch ein paar Gäste mit Cowboyhüten, könnte sich die comicgleiche Szene durchaus in einem Diner auf der Haid oder im Industriegebiet Freiburg Nord zugetragen haben – und nicht im Mittleren Westen, oder?
Größe Illu 34,5 x 62,5 cm (auf Karton 50,5 x 72,5 cm)
Turtle Moon Bild #2
Paola Piglias „Turtle Moon“, also, der „Schildkrötenmond“, ist eine stimmungsvolle Illustration, die zwei Figuren zeigt, die sich auf eine – sagen wir – Oase zu bewegen. Feuerrot der Sand, türkisgrün die Palmen: Sehnsuchtsort, spirituelle oder mythische Location? Das bleibt offen. Bitte selbst entscheiden.
Größe Illu 17 x 25,7 cm (auf Karton 25,5 x 37,3 cm)
Und etwas ganz Anderes – mit Zopf Bild 3
Original-Radierung des Künstlers S. Haas.: Nicht nur für selbst Wissen Schaffende, sondern auch für Fans des Philosophen und Experimentalphysikers Georg Christoph Lichtenberg frei in Szene gesetzter Aphorismus. Und der geht so:
Mein Weg zur Wissenschaft
„Ich habe den Weg zur Wissenschaft gemacht, wie Hunde, die mit ihrem Herrchen spazieren gehen. Hundertmal dasselbe, vorwärts und rückwärts und als ich ankam war ich müde.“
Lustig: Das Hündchen im Bild, pinkelt ausgiebig und trägt eine moderne Leine. Aber: gelockte Haare und ein Zöpfchen – entsprechend dem Frisurenstyle der Aufklärung. Typisch Lichtenberg eben.
S. Haas, „Mein Weg zur Wissenschaft“, Radierung 9/10, 1992, Größe: Blatt 53 x 79 cm, Rahmen 68 x 95 cm